Das Handbuch für industrielle Rohrleitungssysteme aus thermoplastischen Kunststoffen

Wir als Aliaxis möchten mit Planern, Designern, OEMs, EPCs und Engineering-Unternehmen unser Wissen und unsere über 50 Jahre Erfahrung in der Kunststoffindustrie teilen. Das technische Handbuch für industrielle Rohrleitungssysteme von Aliaxis unterstütz Sie dabei bei der Planung und Entwicklung Ihrer Anlagen und Systemen von A bis Z: von den physikalischen und chemischen Eigenschaften der Materialien bis hin zu den Richtlinien für die Konstruktion und korrekte Installation der Rohrsysteme aus thermoplastischem Kunststoff. Zudem erhalten Sie einen Überblick der umfassenden System- und Produktlösungen der Aliaxis Gruppe.

Materialeigenschaften, Dimensionierung und Installation

Das technische Handbuch für industrielle Rohrleitungssysteme von Aliaxis erfasst auf klare und prägnante Weise die Grundlagen, auf denen die Planung neuer Anlagen oder die Modernisierung bestehender Anlagen basiert.

  • Darstellung der Einsatzmöglichkeiten und Vorteile von Kunststoffen
  • Unterstützung bei der Erstellung von Spezifikationen für Ausschreibungen
  • Unterstützung und Anleitung zur Produktdefinition und -auswahl
  • Hilfestellung zur Minimierung von Fehlern und Risiken
  • Unterstützung und Anleitung bei der Produkt- und Rohrleitungsinstallation
  • Überblick über die geltenden Richtlinien

Die im Handbuch enthaltenen Themen sind in vier Kapitel unterteilt:

Kapitel 1: Rohrleitungssysteme aus Kunststoff - Physikalische und chemische Eigenschaften von Werkstoffen

Kapitel 2: Konstruktion von Rohrleitungssystemen aus Kunststoff

Kapitel 3: Installationsrichtlinien

Kapitel 4: System- und Produktlösungen

Leseprobe Kapitel 1

Rohrleitungssysteme aus Kunststoff - Physikalische und chemische Eigenschaften von Werkstoffen

PVC ist das weltweit am dritthäufigsten hergestellte synthetische Kunststoffpolymer (nach Polyethylen und Polypropylen). Jährlich werden etwa 40 Millionen Tonnen PVC produziert. Reines Polyvinylchlorid ist ein weißer, spröder Feststoff. Es ist unlöslich in Alkohol, aber leicht löslich in Tetrahydrofuran.

PVC wurde 1872 von dem deutschen Chemiker Eugen Baumann nach umfangreichen Untersuchungen und Experimenten synthetisiert. Das Polymer erschien als weißer Feststoff in einem Fläschchen mit Vinylchlorid, das vier Wochen lang in einem vor Sonnenlicht geschützten Regal gestanden hatte. Anfang des 20. Jahrhunderts versuchten der russische Chemiker Iwan Ostromislenski und Fritz Klatte vom deutschen Chemieunternehmen Griesheim-Elektron, PVC in kommerziellen Produkten zu verwenden. Schwierigkeiten bei der Verarbeitung des harten, manchmal spröden Polymers machten ihre Bemühungen jedoch zunichte. Waldo Semon und die B.F. Goodrich Company entwickelten 1926 ein Verfahren zur Plastifizierung von PVC durch Vermischung mit verschiedenen Zusatzstoffen. Das Ergebnis war ein flexibleres und leichter zu verarbeitendes Material, das schon bald eine breite kommerzielle Verwendung fand.

Leseprobe Kapitel 2

Konstruktion von Rohrleitungssystemen aus Kunststoff

 

Die Auswahl einer Armatur richtet sich nach ihrem Einsatzweck, d.h. welche Funktion sie für den Medientransport einnehmen soll und welche Bedingungen das Medium an die Bauart im Vergleich zu den Kosten stellt. Dabei wird in drei Funktionen unterschieden: Absperren, Regeln, Rückflussverhinderung bzw. -entlüftung.  

Grundsätzlich kann man Armaturen in vier Gruppen ihrer aufbauspezifischen Merkmale gliedern. Sie sind entweder konstruktionsbedingt ausschließlich oder wahlweise, durch die Betriebsbedingungen gekennzeichnet, in folgenden Hauptkomponenten einzuteilen: 

Betätigungsmechanismus: Die Vorrichtung, die die Bewegung des Schließers bewirkt. Je nach Art der Armatur z. B. ein Griff, ein Handrad, ein Hebel oder ein Antrieb; 

• Schließkomponente: Das bewegliche Bauteil, das den Querschnitt des Flüssigkeitsdurchlasses so verändert, dass er vollständig geschlossen oder geöffnet wird. Je nach Armatur kann es sich dabei um eine Kugel, eine Disk, eine Klappe, einen Stempel oder eine Membran handeln; 

• Armaturenkörper: Die Hauptstruktur des Körpers, in der sich die für das Fließen des Mediums vorgesehenen Durchgänge befinden; 

• Dichtung: Sie kann aus verschiedenen Materialien wie EPDM, FKM, PTFE hergestellt werden, um gegenüber verschiedenen Medien beständig zu sein.  

Leseprobe Kapitel 3

Installationsrichtlinien

Das Kleben mit Lösemitteln ist das am häufigsten angewendete Verfahren, um Rohre, Formstücke und Armaturen aus PVC-U, PVC-C und ABS in Längsrichtung miteinander zu verbinden.  

Das Kleben bzw. die „Haftigkeit“ einer Klebeverbindung wird durch Adhäsion und Kohäsion hervorgerufen. Dabei bezeichnet die Adhäsion, die Bindekräfte an der Grenzfläche zwischen dem zu verklebenden Substrat und die Kohäsion, die Bindekräfte der Klebstoffbestandteile unter sich.  

Die Begriffe „Klebstoff“ und „Lösemittelkelbstoff“ werden im Zusammenhang mit der Verlegung von thermoplastischen Rohren oft synonym verwendet: Beide erfüllen grundsätzlich das unmittelbare Ziel der Verbindung von Rohren und Formstücken, aber tatsächlich unterscheiden sie sich in ihren Substanzen.  

Beim Kleben mit lösemittelhaltigem Klebstoff, der aus Kunstharz und einem Lösungsmittel besteht, dringt dieser zudem in das Oberflächenmaterial ein und weicht dieses auf. Das Lösemittel durchdringt Rohre und Fittings, um eine „chemische Schweißung“ zu erzeugen. Nach dem „Aushärten“ ist die ordnungsgemäß geklebte Verbindung so stark wie die Rohrleitungsteile selbst. 

Leseprobe Kapitel 4

System- und Produktlösungen

 

Die verschiedenen Zusammensetzungen, die durch die Zugabe von geeigneten Additiven und Stabilisatoren erzielt werden, machen PVC-U zum vielseitigsten aller Kunststoffe, der sich für zahlreiche Anwendungen mit unter Druck stehenden Flüssigkeiten eignet.  

Im Bereich der thermoplastischen und metallischen Produkte ist PVC-U eine der wirtschaftlichsten Optionen zur Lösung von Problemen beim Transport korrosiver chemischer Flüssigkeiten und bei der Verteilung und Behandlung von Wasser im Allgemeinen.  

Rohrleitungssysteme aus PVC-U eignen sich für Betriebstemperaturen von 0 °C bis +60 °C. 

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